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19.12.2011
Spende hilft bei der Berufswahl
Das Westfalen-Blatt schrieb am 15.12.11
Familie-Osthushenrich-Stiftung übergibt dem HBZ 15000 Euro - Schüler lernen das Handwerk kennen
Brackwede (WB). Mit seiner Initiative zur Berufsorientierung wirbt das Brackweder Handwerksbildungszentrum (HBZ) seit drei Jahren unter Schülern für die Handwerksberufe. Um junge Leute zehn Tage lang in diese Berufssparte schnuppern lassen zu können, fördert die Gütersloher Familie-Osthushenrich-Stiftung das Projekt zum zweiten Mal mit 15000 Euro.
Melina Ogieniewski möchte Kinderkrankenpflegerin werden. Im HBZ hat die 15-Jährige Baumheide-Schülerin derzeit allerdings eine Maler-Montur an, ebenso wie ihre Mitschülerin Roksana Asani (14), die eigentlich einen Beruf als Mode- oder Grafikdesignerin anstrebt. Im Handwerksbildungszentrum haben sie nun entdeckt, dass auch der Umgang mit Farbe, Tapete und Air-Brush-Pistole seine Reize hat. »Das macht Spaß«, beteuern die Hauptschülerinnen.
Damit ist ein Ziel des Projektes »Berufsorientierung im Handwerk« erreicht: »Wir wollen Schülern helfen, sich zu orientieren und Nachwuchs fürs Handwerk gewinnen«, sagt HBZ-Geschäftsführer Klaus-Werner Schäfer. Viele junge Leute seien auf Berufe fixiert, für die es mehr Bewerber als Ausbildungsplätze gebe. Denen wolle man eine Alternative vorstellen. So auch Bayar Khalaf (16), der Bürokaufmann werden möchte und derzeit das Maurerhandwerk kennen lernt. Und auch wenn ein Schüler nach den zehn Tagen merke, dass ein Handwerksberuf nicht das Richtige sei, sei das ein Erfolg, betont HBZ-Vorstand Ulrich Wagener. Denn unzufriedene Ausbildungsabbrecher belasteten die Betriebe, für die es schwierig sei, diese Stellen kurzfristig wieder zu besetzen. Schäfer zufolge liegt die Abbrecherquote im Handwerk deutschlandweit bei 20 Prozent.
Die Zufriedenheit der Auszubildenden hat auch die Familie-Osthushenrich-Stiftung im Blick: »Wir fördern die Bildung und Erziehung von Jugendlichen. Dazu gehört auch, dass sie nach der Schule einen Beruf finden, der zu ihnen passt«, sagt Dr. Ulrich Hüttemann vom Vorstand der Stiftung. Die Berufswahl sei entscheidend für das ganze Leben, und die falsche Wahl führe zu Unzufriedenheit oder auch in die Arbeitslosigkeit.
Mit den 15000 Euro will das HBZ einen Teil der Material- und Personalkosten für die Berufsorientierung finanzieren.
Die Klassen der 27 Schulen aus Bielefeld und Gütersloh, die mit dem HBZ kooperieren, lernen in Brackwede zehn Tage lang mehrere Handwerksberufe kennen. Das Angebot richtet sich vor allem an Haupt-, Real- und Gesamtschüler, seit Kurzem aber auch an Förderschüler, wie Projektmitarbeiter Eckhard Nolte betont. Seit dem Projektstart 2008 hat das HBZ 1150 Schüler ins Handwerk hineinschnuppern lassen. Und einige von ihnen, weiß Eckhard Nolte, sind später als Auszubildende ins HBZ zurückgekommen.
Bildunterschrift: Dank der von Dr. Ulrich Hüttemann (zweiter von links) überbrachten Spende der Familie-Osthushenrich-Stiftung haben Schüler wie (von links) Bayar Khalaf, Roksana Asani und Melina Ogieniewski aus der Klasse 9a der Baumheideschule künftig die Möglichkeit, im Handwerksbildungszentrum zur Orientierung verschiedene Berufe kennen zu lernen. Foto: Peter Bollig
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